Es gibt Tage, da schaue ich in den Spiegel und sehe nicht mich, sondern nur die Abweichung von einem Ideal. Ist meine Figur ist nicht mehr so schlank, wie sie mal war? Wenn ich das laut ausspreche, winken meine Freunde sofort ab: „Du bist doch total schlank!“ Aber das ändert nichts daran, wie es sich drinnen anfühlt. Der Druck der Gesellschaft, in eine ganz bestimmte Form passen zu müssen, schleicht sich ungefragt in den Kopf.
Wenn mich dieses Gefühl einholt, hilft mir oft ein Blick über den eigenen Tellerrand. Ein Blick in andere Kulturen.
Da sind auf der einen Seite die zierlichen, fast elfenhaften Schönheitsideale in Japan. Auf der anderen Seite die kurvigen Latinas, bei denen Hüften, Hintern und Brüste gar nicht üppig genug sein können. Beides wird in den jeweiligen Kulturen als das Nonplusultra der Schönheit gefeiert. Und das Verrückte ist: Beide Typen sehen verdammt gut aus.
Ist Schönheit also nur eine Frage der Geografie?
Entspricht man einfach dem, was die Kultur und Mode gerade verlangt, und schwupps – ist man schön?
Ich glaube, die Antwort liegt tiefer. Was ist, wenn es überhaupt nicht darum geht, eine Norm zu erfüllen? Was ist, wenn es das Gefühl ist, das mit dem eigenen Körper einhergeht? Was ist, wenn schlicht und ergreifend Glücklichsein schön macht?
Ein Mensch, der strahlt, weil er im Reinen mit sich ist, zieht uns magisch an. Völlig egal, wie viel Stoff es braucht, um diesen Körper zu bedecken.
Die neue Bilderserie: „Glücklich und Schön“
Genau diesem Gedanken möchte ich mit meiner neuen Bilderserie „Glücklich Schön“ auf den Grund gehen. Ich will den Unterschied sichtbar machen. Nicht den Unterschied zwischen dick und dünn – der ist rein anatomisch und eigentlich langweilig. Mich interessiert der Unterschied zwischen glücklich und unglücklich.









Ich bin fest davon überzeugt: Glücklichsein radiert die vermeintlichen Makel aus. Es gibt eine Schönheit, die man nicht abwiegen kann.
Der tägliche Struggle
Klingt total logisch und befreiend, oder? Einfach einen Fick darauf geben, was die anderen denken, das eigene Glück leben und wunderschön sein.
Die Realität ist allerdings: Das ist ein immenser, täglicher Struggle. Es ist verdammt hart, die Stimmen im Kopf leiser zu drehen, die uns ständig einreden wollen, wir seien „zu viel“ oder „nicht genug“. Dieses Selbstbewusstsein fällt nicht einfach vom Himmel, man muss es sich oft schmerzhaft erarbeiten.
Aber genau diesen Weg möchte ich hier teilen. Mit den Bildern und mit diesen Zeilen.
Wie geht es euch, wenn ihr in den Spiegel schaut? Schafft ihr es schon, den Druck wegzulächeln, oder kämpft ihr noch?